Veränderung?  -  Ja!!!  .... aber ....

Kennen Sie das Phänomen etwas verändern zu wollen und gleichzeitig jede Menge Argumente zu suchen / finden, die genau das verhindern?

 

Ob unser Dasein extrem "unkomfortabel" ist - mit Problemen in der Familie, mit Kollegen, Chefs, Mitarbeitern; Dingen, die wir tun obwohl wir keine Lust dazu haben; auch damit, dass wir uns selbst nicht leiden können - oder es "nur" um das Loslassen ungesunder, vermeintlich schlechter Gewohnheiten geht ... Wir gehen nicht den ersten Schritt!

Lieber flüchten wir in selbstproduzierte Situationen, die uns als Rechtfertigung (Alibi) dienen, nicht ins Handeln kommen zu können. Wir "sehnen" uns nach Hilfe obwohl wir tatsächlich  nur in unserer Ausweglosigkeit gesehen werden wollen. Wir hoffen auf Entschuldigung und Gnade statt auf Besserung (Ach Du Armer, da kann man gar nichts machen).

 

Wir halten daran fest und lassen es so weiterlaufen wie es ist!

Die Hirnforschung hat herausgefunden woran es liegt: An dem Energiesparmodus unseres Gehirns!

 

Im Ruhemodus verbraucht das Gehirn bereits 20% der vom Körper bereitgestellten Energie. Das, was fast automatisch in eingefahrenen, festen Bahnen läuft, benötigt ebenfalls wenig Energie. Sehr viel größer ist der Bedarf, wenn wir etwas Entscheidendes ändern wollen! Außerdem: Was wir haben wissen wir, was eine Änderung bringt, ist ungewiss. Kein Wunder, dass das Gehirn vorsorglich die Sparversion wählt: Alles bleibt wie es ist.  -  Anstrengung hilft hier auch nicht!

Nach einer Veränderung zum Besseren würde das Gehirn allerdings im Zustand größerer Kohärenz sein und somit deutlich weniger Energie verbrauchen.

 

Wie ist es möglich, unser auf Energiesparen optimiertes Gehirn dazu zu bringen, sich auf einen Weg einzulassen, der erst viel Energie verbraucht, um später wesentlich mehr zu sparen?

 

Es müsste etwas geben, wofür es sich lohnt, sich auf den Weg zu machen (z.B. die Mühen einer Ausbildung, um meinen Wunsch-Beruf ausführen zu können.). Etwas wo ich wirklich spüre, dass ich es anders haben will. Eine Vision, die mich schon längere Zeit begleitet. Etwas, was meinem Leben einen SINN gibt. Alleine dadurch, dass ich für "Sinnloses" nicht mehr zur Verfügung stehe, spare ich schon eine Menge Energie ein.

 

Auch wenn meine WÜRDE als Mensch verletzt wird, bin ich bereit für ein höheres Ziel. Ich tue nur das, was meine Würde - also das, was ich sein möchte - nicht verletzt. Ich bleibe mir selbst treu und setze meine Interessen nicht auf Kosten anderer durch.

 

Als Kinder sind wir Subjekte, die ihr Lernen selbst gestalten (in so kurzer Zeit lernen wir nie wieder so viel). Bis einer kommt, der meint uns zum Objekt seiner Bewertung machen zu müssen (Das machst Du falsch / Wie siehst Du denn aus / oder benotet). So geht es i.d.R. in unserem Leben weiter und wir machen es genauso mit anderen. Dadurch werden unsere Gefühle der Zugehörigkeit und Verbindung und unsere Bedürfnisse nach Wachstum und Autonomie verletzt. Im Gehirn werden die gleichen Netzwerke geschaltet wie bei Schmerzen! Mit einem würdevollen Leben hat das nicht viel zu tun.

Habe ich hingegen das erreicht was mir Sinn gibt, werden Botenstoffe im Gehirn als Belohnung freigesetzt, die als "Dünger" fungieren und das Bild meines inneren Selbst stärken.

 

Die grundlegenden Fragen richten sich also nicht darauf aus, welche Ziele ich habe, sondern:

 

- Was für eine Art Mensch will ich sein

                                und

- Was könnte mein Handeln würdevoll und mein Leben sinnerfüllt machen

Hinweise geben meine Veränderungswünsche und Visionen durchaus. Ich darf nur etwas genauer hinschauen und klären, welche Gefühle sich hinter dem Wunsch verbergen und welche Bedürfnisse nicht erfüllt sind (das Ziel hinter dem Ziel).

Beispiel: Mein vermeintlicher Wunsch - mehr Geld verdienen! Nichterfüllte Bedürfnisse könnten sein: Anerkennung, Wertschätzung, Zugehörigkeit, Sicherheit, Wachstum und Entwicklung, etc.

Habe ich mein Hauptbedürfnis erkannt, behalte ich es in allen Situationen im Auge.  -  Ich bin achtsam mit mir! Daraus entwickelt sich ein Bild, wie ich wirklich sein oder leben will. 

 

Habe ich als Bedürfnis "Wertschätzung" erkannt, macht ein wertschätzender, anerkennender Umgang mit mir und anderen mein Handeln würdevoll. Sinn könnte ich evtl. in sozialen Bereichen und Tätigkeiten für mich entdecken oder es dort leben, wo ich tätig bin.

Ist mein Bedürfnis eher "Wachstum und Entwicklung", entspricht es einem würdevollen Handeln mir selbst und anderen den Raum und die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln und zu wachsen, statt zu begrenzen (Das bringt ja doch nichts.) Meinem eigenen Forschergeist folgen und andere zu ihrer Entwicklung inspirieren, einladen und dabei begleiten kann dann meinem Leben einen Sinn geben.

 

So wird auch meinem Gehirn klar, dass eine Veränderung entsprechend meines Lebenssinns langfristig sehr viel Energie spart und schon geht sie ganz leicht vonstatten!

 

Wird es jetzt noch mal anstrengend, könnte es sein, das ich mich selbst zum Objekt meiner Ziele gemacht habe. Also achtsam bleiben!!

 

Viel Spaß beim entdecken des Menschen, der Sie wirklich sein wollen!

 

   Martina Rodenbostel

Orga und Coaching UG

 

 

Zugrundeliegende Informationen www.compassioner.com/prof-huether-geistige-komfortzone-verlassen/  und Interviews mit Prof. Gerald Hüther