Wirtschaftssystem der Zellen

Nicht nur ein Unternehmen steht besser da, wenn es gut organisiert ist. Auch der Mensch erfreut sich an mehr Klarheit, Gesundheit und Erfolg, so er selbst gut strukturiert ist. Da kommt die Frage auf, wie sieht es denn in unserem Innern aus? Wie arbeiten unsere Zellen zusammen?

Betrachten wir einmal das "Wirtschaftssystem der Zellen" überrascht es, wie intelligent und - für uns hier draußen - "sozial" dieses gestaltet ist. Unsere Zellen erzeugen in verschiedenen Jobs Energie durch ihre Arbeit. Herzzellen erfüllen andere Funktionen als Magenzellen und die wiederum andere als Hautzellen. Im Körper arbeiten also 50 Billionen Zellen in diversen Vereinigungen (Zellgruppen) in kooperativer Zusammenarbeit und produzieren ein Molekül namens ATP (Energie in chemischer Form). Die Biologen nennen dieses ATP in Äquivalenz zum Geld Währung.

Die Grundlage dieses Wirtschaftssystems ist:

 

Es gibt keinen Reichtum im Körper bis alle Zellen Grundversorgung erhalten haben!

 

Alle Zellen erhalten Gesundheitsversorgung, Schutz und werden bezahlt (ATP) damit ihre Bedürfnisse gedeckt sind. Erst wenn alle Zellen so versorgt sind, ist die überschüssige Energie "Gewinn".

Eine Zelle kann eine Menge Geld verdienen und bis zu einer Obergrenze als "Taschengeld" behalten. Über dieses Limit hinaus fließt das Geld in eine Gemeinschaftsbank, die es dazu nutzt, das System am Laufen zu halten, zu reparieren und zu schützen, wenn es längere Zeit keine Energie gibt.

"Jede Zelle arbeitet, wird bezahlt und kann einen begrenzten Geldbetrag über das hinaus, was sie braucht erwirtschaften. Der überschüssige Gewinn geht an die Gemeinschaft um damit zu tun, was die Gemeinschaft für am besten und notwendig für das Wachstum und Überleben ansieht"    - Bruce Lipton, Zellbiologe -

 

In unserer Welt heißt es: Ich bekomme ein paar Millionen Euro weil ich es verdiene  ...  und Du nicht!

Würden Zellen so agieren, würde das System sofort auseinanderfallen! Mal ehrlich, unser Wirtschaftssystem bröckelt doch auch schon heftig!

 

Unser Körper arbeitet in Harmonie mit einer Community von 50 Billionen Zellen und zeigt uns damit: Dieses soziale Wirtschaftssystem funktioniert einwandfrei!

 

Wie könnte so ein System im Unternehmen aussehen?

 

Jeder Mitarbeiter von der Putzfrau bis zum Manager erhält ein gleiches Grundeinkommen von dem er leben kann. Erst wenn das gegeben ist, kann er durch besondere Leistung - aufgrund seines speziellen Fachwissens oder seiner Ausbildung - bis zu einer Höchstgrenze hinzuverdienen. Alles was über dieser Höchstgrenze liegt, geht an die "Belegschaftsbank" und wird - in Abstimmung mit der gesamten Belegschaft - z.T. als Rücklage für schlechte Zeiten (so dass auch dann wenigstens das Grundeinkommen gezahlt werden kann), z.T. als Investition für Betriebserweiterungen (Wachstum) verwendet.

Hat ein Mitarbeiter einmal eine Zeit in der er die bisherige Leistung nicht erbringen kann - z.B. wegen eigener Krankheit oder Krankheit bzw. Pflegebedürftigkeit eines Familienmitglieds - erhält er weiterhin das Grundeinkommen, ist damit finanziell abgesichert und steht dem Unternehmen nach dieser Zeit mit seiner ganzen Schaffenskraft und sicher hoch motiviert wieder zur Verfügung.

 

Wie sähe unser Leben aus ohne Angst um den Arbeitsplatz (wg. Arbeitsmangel, Krankheit, vorübergehendem Leistungsabfall, etc.) und damit ohne finanzielle Abhängigkeit?

 

Wie verändert sich die Einstellung der Mitarbeiter zur Arbeit und zum Unternehmen, wenn jedem für seine Tätigkeit und seinem "da sein" die Wertschätzung (auch finanziell durch "gleichhohes" Grundeinkommen) entgegengebracht wird, die auch im Sinne der Funktionsfähigkeit des Unternehmens auf jedem Fall angemessen ist?

 

Welche Auswirkungen hat es auf den Mut zur Kreativität der Mitarbeiter, mal Fehler machen zu dürfen ohne existenziell bedrohliche Konsequenzen erwarten zu müssen?

 

Wie steht ein Unternehmen da, dessen Mitarbeiter mit Begeisterung ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und Potenziale in den Dienst des Unternehmens stellen?

 

Die Erfolge der Unternehmen, die bereits Wege in diese Richtung gegangen sind, sprechen eine eindeutige Sprache! Nachzulesen z.B. bei Sebastian Purps-Pardigol "Führen mit Hirn"; Bodo Janssen "Die stille Revolution" (schon fast eine Anleitung vom Upstalsboom-Chef); oder zu sehen in den Filmen "Augenhöhe - Der Film" und "Augenhöhe - Wege", beide im Internet frei zugänglich.

 

Auch ein "bedingungsloses Grundeinkommen" kann für mehr finanzielle Sicherheit, damit verbunden weniger Abhängigkeit und mehr Gesundheit stehen. Experimente (z.B. www.mein-grundeinkommen.de) haben gezeigt, dass mit weniger finanzieller Sorge für das eigene Leben,  die Bereitschaft zunimmt, andere zu unterstützen (in der Familie, im Ehrenamt, etc.). Ein schöner Nebeneffekt von kollektivem Nutzen!

 

Jetzt kommt natürlich die Frage:    Wie soll das finanziert werden?

 

Meine Meinung: Das Geld ist da! Die Frage ist, wofür wird es eingesetzt bzw. geht es drauf?

 

Jeder Unternehmer weiß - auch wenn es nicht leicht messbar ist - dass durch

  • unzufriedene Mitarbeiter (nicht wertgeschätzt oder empfundene ungerechte Entlohnung)
  • hohe Krankenstände
  • private Probleme der Mitarbeiter
  • Konkurrenz unter Mitarbeitern (Mobbing)
  • Konflikte im Betriebsmiteinander
  • mangelnde Kreativität wegen Angst vor Konsequenzen bei Fehlern
  • und vieles mehr

hohe Kosten verursacht werden. Diese wären bei Schaffung eines Systems wie o.g. weitaus geringer und somit könnte es sich aus sich selbst heraus finanzieren. 

 

Wieviel Kosten entstehen dem Staat durch Zahlung von Arbeitslosengeld, sozialer Unterstützung, Krankheitskosten, Subventionen, Steuererleichterungen für Unternehmen  zur vermeintlichen Arbeitsplatzerhaltung, etc.? Von der tatschlichen Notwendigkeit anderer Staatsausgaben mal ganz zu schweigen. Warum nicht dieses Geld in ein bedingungsloses Grundeinkommen investieren und damit vermitteln: Das steht euch zu weil ihr es wert und Bürger dieses Staates seid und keine Bittsteller.

 

Die Zellen unseres Körpers haben schon so lange es uns gibt bewiesen, dass es so funktioniert. Keine Zelle lehnt sich zurück und ruht sich auf ihrer Grundversorgung aus sondern ist auf Eigen- und Gemeinwohl bedacht. Wir Menschen bestehen aus Zellen, wie sollten wir anders sein?

 

 

   Martina Rodenbostel

Orga und Coaching UG