Offen für Neues?

Sind wir wirklich so offen für Neues wie wir es gerne wären oder doch skeptisch und eher ablehnend? Im Blog-Betrag "Veränderung .. Ja!! ... aber" wurde bereits beschrieben, dass unser Hirn bei Veränderungswünschen lieber die Energiesparvariante "alles bleibt wie es ist" wählt.

 

Um das zu erreichen, wendet der Versand einen raffinierten Trick an: Sobald wir eine Tatsache anfangen zu begreifen, geht er in den Verurteilungsmodus!

  • Er stellt das Neue negativ dar - Was du hast weißt du, was du bekommst ist ungewiss.
  • Er übt Selbstkritik
    • das schaffst du sowieso nicht
    • so wie du bist, bist du falsch
    • du bist es nicht wert
    • oder andere Nettigkeiten

Handelt es sich bei dem "Neuen" um etwas, was unserer bisherigen Einstellung nicht entspricht, setzt der Verstand ein Verhalten ein, dass den Abwehrmechanismen des Immunsystems ähnelt: Argumente gegen unsere Meinung werden wahrgenommen wie eine Bedrohung mit dem Messer.

 

Sind wir mit dem Thema stark emotional verbunden (z.B. als Fußballfan, Anhänger einer Glaubensgemeinschaft oder politischen Richtung), kann unsere Ansicht zu unserer persönlichen Haltung und damit zum Teil unserer Identität (Ego) werden. Der Schutz dieser eigenen Identität lässt unseren Glauben durch ihm widersprechende Beweise noch verstärken. - So können Glaubenskriege entstehen.

 

Tauchen beim Kennenlernen etwas Neuem also Verurteilungsgedanken auf, heißt es genau hinschauen und diese als "Angewohnheit des Verstandes" erkennen und nicht als "Wahrheit" aufnehmen! Verbleibe ich nämlich in der (Selbst-)Verurteilungsenergie, führt das zu Wut oder Depression. Wobei es sich bei der Depression um zusammengepresste, unterdrückte, negative Wut handelt (eine eher weibliche Art der Wut).

 

Als Kind haben wir gelernt, dass die Folgen herausgelassener Wut uns im außen nicht gut bekommen - Strafen, Missachtung, vielleicht sogar Schläge oder Einsperren waren die Folgen. Also haben wir angefangen sie zu unterdrücken. Aus dem damaligen Bedürfnis nach Schutz haben wir unbewusst den Nährboden heutiger Themen geschaffen.

 

Gelingt es uns den Druck herauszunehmen und die Wut hochkommen zu lassen, kann die Depression verschwinden und wir die Tricks des Verstandes auch besser als solche wahrnehmen.

 

Legen wir unser Augenmerk stets mehr auf "Verstehen" (oder wissen wollen) als auf "Verurteilen" aller neuen Dinge und Ansichten, bleibt uns der schmerzende Weg der Sorgen, Schuldgefühle, Wut und Depression erspart und wir sind wirklich offen für Neues!

 

Also bleiben Sie neugierig!

 

Martina Rodenbostel

Orga und Coaching UG